Sicherheit gehört zu den ersten Themen, die Kunden im Zusammenhang mit KI ansprechen. Sie möchten wissen, ob ein Tool sensible Informationen offenlegen, Nutzern Zugriff auf Daten geben könnte, die sie nicht sehen sollten, oder neue Compliance-Risiken schafft.

Diese Fragen sind berechtigt. Häufig liegt das eigentliche Problem jedoch weniger im KI-Tool selbst als in der bestehenden Datenlandschaft des Unternehmens. KI macht vorhandene Schwächen bei Zugriffen und Governance leichter sichtbar. Für Partner eröffnet sich damit die Chance, die Diskussion von allgemeinen Sicherheitsbedenken hin zu konkreter Einsatzbereitschaft zu führen.

KI arbeitet mit bestehenden Berechtigungen

Wenn ein Unternehmen Microsoft 365 Copilot oder ein anderes KI-Tool einführt, arbeitet das System innerhalb der bereits bestehenden Berechtigungen. Kann ein Nutzer heute auf ein Dokument zugreifen, kann KI ihm morgen helfen, dieses Dokument schneller zu finden. Wurden sensible Informationen zu breit freigegeben, macht KI dieses Oversharing unter Umständen deutlicher sichtbar.

Der entscheidende Punkt: KI hat nicht zwangsläufig eine Kontrolle umgangen oder eine neue Berechtigung geschaffen. Sie zeigt vielmehr, wie das vorhandene Berechtigungsmodell in der Praxis funktioniert. Bevor Kunden also fragen, was KI mit ihren Daten tun kann, sollten sie zunächst klären, wie gut diese Daten verwaltet sind.

AI Readiness beginnt bei Data Governance

In den meisten Unternehmen haben sich über Jahre hinweg Informationen in SharePoint, Teams, E-Mail-Postfächern und weiteren Geschäftssystemen angesammelt. In dieser Zeit können Berechtigungen veralten, Mitarbeitende Rollen wechseln und Ordner weiter freigegeben werden als ursprünglich vorgesehen. Doppelte Dateien und veraltete Inhalte erschweren zusätzlich den Überblick.

Solche Probleme bleiben oft verborgen, solange Informationen schwer auffindbar sind. KI verändert das: Wenn Inhalte leichter gefunden und zusammengefasst werden können, treten Schwächen bei Zugriffskontrollen und Data Governance deutlich schneller zutage.

Das kann zunächst unangenehm sein, ist aber zugleich hilfreich. KI liefert Unternehmen einen konkreten Anlass zu klären, wo sensible Daten liegen, wer darauf zugreifen kann und ob die bestehenden Kontrollen noch zur tatsächlichen Arbeitsweise passen.

Fünf Fragen für die AI Readiness

Bevor Partner beurteilen, ob ein Kunde für den Einsatz von KI bereit ist, sollten sie gemeinsam fünf praktische Fragen klären:

• Wo werden sensible Informationen gespeichert?

• Wer kann darauf zugreifen?

• Werden Berechtigungen regelmäßig überprüft?

• Sind wichtige Daten klassifiziert und geschützt?

• Welche Regeln gelten für den Einsatz von KI – einschließlich der Erstellung von Agenten und der Daten, auf die diese zugreifen dürfen?

Das sind Fragen zu Data Governance und Sicherheit, nicht ausschließlich zu KI. Sie haben jedoch direkten Einfluss darauf, ob sich eine KI-Einführung sicher skalieren lässt und das Vertrauen von Anwendern, Security-Teams und Verantwortlichen gewinnt. 


Mehr als Lizenzen und Produktivitätsdemos

Kunden benötigen selten ein weiteres Gespräch, das sich ausschließlich um Lizenzen und Produktivitätsdemos dreht. Sie brauchen Unterstützung dabei, den Zustand ihrer Datenlandschaft zu verstehen und die notwendigen Schritte für eine kontrollierbare KI-Einführung zu definieren. 

Deshalb sollten Identität, Datenschutz, Compliance und Governance im selben Gespräch betrachtet werden wie Copilot und andere KI-Services. Für Partner schafft das zugleich eine bessere Grundlage für langfristige Beratung und Managed Services. Der Mehrwert entsteht nicht allein durch die Bereitstellung von KI, sondern dadurch, die Umgebung rund um KI auf einen sicheren und belastbaren Betrieb vorzubereiten.

Mit Daten und Zugriffskontrollen starten

KI bringt Unternehmen dazu, kritische Fragen zu ihren Informationen zu stellen. Das ist sinnvoll. Kunden, die ihre Berechtigungen, ihr Governance-Modell und ihre Anforderungen an den Datenschutz kennen, sind deutlich besser darauf vorbereitet, KI verantwortungsvoll einzusetzen. 

Wenn ein Kunde Bedenken zur KI-Sicherheit äußert, sollten Sie deshalb zuerst die vorhandenen Daten und Zugriffskontrollen betrachten. Helfen Sie dabei, Lücken zu identifizieren, Maßnahmen zu priorisieren und einen praktikablen Weg zur Einführung zu entwickeln. So wird AI Readiness zu einem konkreten und vertrauenswürdigen Beratungsthema für Partner.


Wenn Sie das Thema weiter vertiefen möchten, wenden Sie sich an Ihr Microsoft-Team: